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Es geht voran!

Es gibt etwas zu feiern!
Seit einem halben Jahr könnt ihr euch jetzt über unsere Plattform für eure Rechte stark machen. Ganz viele haben das schon gemacht. In den letzten Monaten haben wir

51 Leistungskürzungen ausgeglichen

50 erfolgreiche Widersprüche eingelegt und

70 Sanktionen im Voraus vermieden.

Was heißt das genau? 51 mal haben wir Sanktionierten ihre Hartz 4 Leistungen aus unserem Solidartopf aufgefüllt und so ihr Existenzminimum sichergestellt. In 50 Fällen haben Menschen, die mit einer Sanktion belegt wurden, mit uns innerhalb der Frist erfolgreich Widerspruch eingelegt und so ihr Geld vom Jobcenter bekommen. In 20 Fällen steht die Entscheidung noch aus.
Über unsere Antwortfax-Funktion wurden 70 Sanktionen im Voraus vermieden. Das freut uns besonders, da die Betroffenen, die aufgrund eines verpassten Termins eine Sanktionsandrohung erhalten, sich ganz einfach und ohne Anwalt selbst wehren. Und das fast immer erfolgreich.

Es geht also gut voran! Wir wollen, dass noch viel mehr Menschen über diesen Weg entweder ihr Geld zurück bekommen und am besten erst gar nicht sanktioniert werden. Deshalb freuen wir uns, wenn ihr uns weiter empfehlt, euren Freunden von uns erzählt und unsere Geschichten und Posts bei Facebook teil.

Und zuletzt kommt von unseren Rechtsanwälten noch eine Bitte zur Mitarbeit: Wenn ihr Widerspruch mit uns einlegt könnt ihr einen Rückruftermin bestimmen. Bitte seid dann auch erreichbar, damit alles reibungslos laufen kann!

GesprächsteilnehmerInnen für Diskussionsrunde gesucht

Brexit, Trump und die Erfolge der Alternative für Deutschland – wenn man die Zeitungen im vergangenen Jahr gelesen hat, wurde eins schnell deutlich: verantwortlich für diese Entwicklungen seien in erster Linie „die Vergessenen“. Plötzlich machte man sich auch in der Politik hierzulande wieder Gedanken um Menschen in prekären Lebensumständen (z.B. Hartz IV-BezieherInnen), die man aus den Augen verloren hat. Es wurde so viel über Sie gesprochen, aber mit Ihnen fast nie.
Das möchte ich ändern und Gruppendiskussionen veranstalten. Dafür suche ich Leute, die in prekären Lebensumständen leben und/oder sich von der Politik nicht mehr repräsentiert oder ausgeschlossen fühlen. Oder einfacher: Alle, die das Gefühl haben, dass das, was sie sagen, fühlen und denken in der Öffentlichkeit nicht mehr gehört oder sogar verurteilt wird.
In der Gruppendiskussion (ca. 5 Personen) werden wir ca. eine Stunde lang ganz frei über die politischen Entwicklungen, die soziale Situation in Deutschland und die Berichterstattung der Medien sprechen.
Wer steckt dahinter?
Christian Orth, 25 Jahre alt, Student aus München. Ich schreibe zu diesem Thema meine Masterarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München und würde mich freuen, Sie kennenzulernen.
Die Ergebnisse aus dieser Diskussion fließen in die Arbeit ein, aber selbstverständlich können Sie auch anonym bleiben.
Wenn Sie Interesse daran haben, können Sie sich gerne bei mir melden:
comasterarbeit@web.de
https://twitter.com/chrismedial

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Wie funktioniert eigentlich unser Solidartopf?

Wenn du sanktioniert wurdest können wir deine Sanktion vorübergehend aus dem Solidartopf auffüllen. Wie? Du legst einfach über unsere Plattform Widerspruch ein und gehst dann zusammen mit unseren Anwält*innen gegen die Sanktion vor. So kannst du schnell und unbürokratisch ein zinsloses Notdarlehen bekommen. Das musst du erst zurückzahlen, wenn die Klage erfolgreich war. Dann fließt das Geld zurück in den Solidartopf und steht weiteren Nutzer*innen zur Verfügung.

Der Solidartopf ist ein finanzielles Sicherheitsnetz, das eines der stärksten Druckmittel des Jobcenters aushebelt. Denn erst wenn das Existenzminimum nicht mehr gekürzt werden kann, wird aus Hartz 4 eine echte Existenzsicherung.

Mit dem Solidartopf praktizieren wir Vertrauen und verbinden unsere Dauerspender*innen – die Hartzbreaker – und unseren Nutzer*innen zu einer echten Solidargemeinschaft.

Jeder Euro, der in den Solidartopf fließt, kommt im Laufe der Zeit vielen Menschen zugute – für Nutzer*innen auch ein Anreiz die Darlehen nach dem gewonnen Fall möglichst schnell zurückzuzahlen.

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Ich, Daniel Blake kommt

Was für ein Film! Noch im Dezember waren wir mit dem ganzen Sanktionsfrei-Team im Kino, um “Ich, Daniel Blake” zu schauen. Nach anderthalb Stunden kamen wir ziemlich aufgelöst und den Tränen nahe aus dem Saal. Regisseur Ken Loach gibt der Ungerechtigkeit, gegen die wir mit Sanktionsfrei Tag für Tag einen Beitrag leisten wollen, ein wirklich starkes Gesicht.
Im Laufe der letzten Monate haben wir viele Erlebnisse von unseren Nutzern gehört. Berührende Erzählungen von den tagtäglichen Ungerechtigkeiten in den Jobcentern hierzulande. In “Ich, Daniel Blake” findet man diese Geschichten wieder und gleichzeitig freut man sich, wie der Underdog Daniel Blake für seine Rechte eintritt. Die Geschichte ist so nah an den Realitäten, auch denen in Deutschland, und darüber hinaus absolut authentisch erzählt.

Worum geht es?

Daniel Blake ist ein geradliniger Durchschnittsengländer, der immer rechtzeitig seine Steuern zahlt und das Leben so nimmt, wie es kommt. Aber eines Tages macht ihm seine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Von einem auf den anderen Tag ist er auf staatliche Hilfe angewiesen. Auf dem Amt kreuzt sich sein Weg mit der alleinerziehenden Mutter Katie und ihren beiden Kindern. Fortan helfen die beiden sich und erfahren neben den ständigen Schwierigkeiten mit der Behörden auch viel Solidarität – von ehemaligen Kollegen und ehrenamtlichen Helfern der Tafel. Doch die absurden Forderung des Jobcenters bereiten den beiden immer größere Probleme. Da wird Ohnmacht zur Wut – und so leicht geben Daniel und Katie ihre Träume und Hoffnungen nicht auf…

Jetzt am 28. März erscheinen endlich DVD und BluRay des Films und wir freuen uns riesig, dass Sanktionsfrei mit dabei ist. Nach unserem Kinoerlebnis war uns allen klar, dass der Film so gut “zu uns passt”, dass wir zusammenarbeiten müssen. Dank der tollen Unterstützung von ProKino ist das nun auch gelungen und in jeder einzelnen DVD Box liegt ein Sanktionsfrei Flyer. Das freut uns riesig, aber nicht nur deswegen möchten wir euch den Film wärmstens empfehlen – er ist einfach echt gut.

Bist du schon Hartzbreaker?

Ja? Dann erzähl uns warum! Denn wir möchten noch viele weitere Hartzbreaker gewinnen und du kannst uns dabei helfen. Schreib uns einfach an christian@sanktionsfrei.de und schick ein Foto von dir mit. Wir posten dein Bild mit deinem Statement dann auf unserer Facebookseite und bei Twitter und animieren so viele andere dazu auch Hartzbreaker zu werden.

Bist du dabei? Hier eine kurze Checklist:

  • Warum bist du Hartzbreaker geworden? Max. 140 Zeichen
  • Ein Foto von dir auf dem du dir gefällst. Man muss dich nicht unbedingt erkennen, wenn du das nicht möchtest. Dateigröße mindestens 200kb.
  • Wie möchtest du genannt werden? Nur Vorname, voller Name, Initialen?

Du bist noch kein Hartzbreaker? Dann los. Hier kannst du Hartzbreaker werden und dafür sorgen, dass wir unsere monatlichen Ausgaben decken und den Solidartopf füllen können. Hilf mit Sanktionsfrei fit für die Zukunft zu machen.

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Sanktionsfrei wird eins

Liebe Leute,

ein Jahr nach dem Start von Sanktionsfrei haben wir viel zu berichten. Als erstes aber gilt unser Dank euch, unserer Crowd! Ihr habt dabei geholfen, uns unserem Traum ein Stück näher zu bringen. Alle, die Sanktionsfrei in irgendeiner Form unterstützen: ihr macht es möglich, dass wir schon so weit kommen konnten. Macht weiter so!

Was bisher geschah

Am 9. Februar letzten Jahres fiel der Startschuss für Sanktionsfrei und damit der Startschuss für ein würdevolles Existenzminimum für alle. Seitdem sind wir unserem Ziel, aus Hartz 4 ein „Grundeinkommen light“ zu machen, schon ein gutes Stück näher gekommen.

In der ersten Jahreshälfte 2016 haben wir mit unserer Crowdfunding Kampagne über 125.000 Euro (!) akquiriert. Diese Gelder bilden unsere finanzielle Grundlage, um die Plattform sanktionsfrei.de zu programmieren. Seit Oktober letzten Jahres ist plattform.sanktionsfrei.de  mit ersten Funktionen online und bietet Betroffenen in vielen Fällen direkte und kostenlose Hilfe an.

So können User unter anderem mit wenigen Klicks auf Sanktionsandrohungen antworten oder bei bereits verhängten Sanktionen innerhalb der Frist automatisiert per Fax Widerspruch einlegen. Unterstützung erhalten Betroffene dabei von unseren auf Sozialrecht spezialisierten Anwälten.

Wird doch eine Sanktion verhängt, gleichen wir den sanktionierten Betrag mit Notdarlehen aus dem spendenfinanzierten Solidarfonds aus. Wenn erfolgreich gegen die Sanktion geklagt wurde, fließt das Geld in den Solidarfonds zurück und kann dem nächsten Betroffenen zur Verfügung gestellt werden.

Ein Update für den Sozialstaat

Seit dem Start der Plattform haben Betroffene bereits in knapp 100 Fällen Widerspruch gegen ihre Sanktion eingelegt, 9 Menschen hat der Verein über den Solidarfond ihre gekürzten Leistungen ausgeglichen.

Inge Hannemann zum einjährigen Jubiläum von Sanktionsfrei:

„Zunächst ist es fabelhaft, wie viele Menschen uns in der Vergangenheit und aktuell unterstützen. Dafür ganz herzlichen Dank. Neben dem finanziellen Ausgleich haben wir festgestellt, wie wichtig es für die Betroffenen ist, sich ohne Existenzangst durch die Sanktionen auf sich, ihre Familie oder Jobsuche konzentrieren zu können. Und damit ist ein ganz wichtiges Ziel auch für Sanktionsfrei erreicht: Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei!“

 

Foto:

Die beiden Vereinsvorstände des Sanktionsfrei e.V. Inge Hannemann und Helena Steinhaus

 

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